Fotopatki

Der Ausgangspunkt meiner Arbeiten, Assemblagen, ist die Reflexion meiner eigenen Biografie, die von tiefgreifenden Veränderungen geprägt ist. Ich blicke auf die Lebensumstände meiner Kindheit in Polen zurück und setze sie in Beziehung zu meinem heutigen Leben.

Politische und ökonomische Umbrüche haben mir neue Möglichkeiten eröffnet: zu reisen, Menschen verschiedener Nationalitäten zu begegnen und andere Kulturen kennenzulernen. Die Kunst wird für mich zu einem Raum der Begegnung mit Menschen aus unterschiedlichen Teilen der Welt. Was in meiner Kindheit fern und kaum vorstellbar erschien, ist heute selbstverständlich geworden.

Aus dieser Erfahrung entsteht eine zentrale Frage:
In welcher Welt sind wir als Kinder aufgewachsen?

Diese Frage stelle ich auch Künstlerkolleg*innen. Ich bitte sie um Fotografien aus ihrer Kindheit und nutze diese Bilder als Ausgangspunkt für meine Arbeiten. Die Fotografien – die sehr unterschiedliche soziale und kulturelle Hintergründe zeigen – verbinde ich mit Objekten aus meinem umfangreichen Fundus: Alltagsgegenstände, Flohmarktfunde und zufällig gefundene Materialien.

Daraus entstehen skulpturale Arrangements – kleine Szenen und dreidimensionale Bildräume im Format einer Puppenstube. Sie wirken wie persönliche Miniaturbühnen, in denen sich Erinnerungen, Erzählungen und Fragmente von Biografien mit surrealen Elementen verbinden.

Kindheitsfotos, Gespräche mit den Beteiligten und biografische Splitter verschränken sich mit meinen eigenen Erinnerungen. Zusammen mit den Materialien formen sie fragile, totemartige Objekte – poetische Verdichtungen von Herkunft, Erinnerung und persönlicher Geschichte.